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Elektroautos - Mobilität der Zukunft

Bild: Ein Elektroauto lädt vor einem Haus
Elektroautos könnten schon bald die Strassen füllen

Der Markt für Elektroautos hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Ohne Frage steht die Automobilindustrie in Sachen Elektromobilität vor einem Umbruch. Politische Entscheidungen in ganz Europa haben dazu beigetragen, die Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen voranzutreiben. Dank der stetigen Weiterentwicklung der Branche haben sich bereits einige Modelle auf dem Markt etabliert und es ist zu erwarten, dass in Zukunft deutlich mehr neue Elektroautos vorgestellt werden.

Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf eines Elektroautos achten sollten, welche Vorteile es gibt und wie Sie mit staatlicher Förderung Geld beim Kauf eines Elektroautos sparen können.


Auf dieser Seite


Allgemeines zu Elektroautos

Bild: Der Tachometer eines Elektroautos
Elektroautos fallen vor allem durch ihre Leistung auf

Die augenscheinlichen Argumente für ein Elektroauto sind klar: Leise, leistungsstark und umweltfreundlich, weil potentiell CO2-neutral. In jüngster Vergangenheit sind Fahrzeuge mit alternativem Antrieb thematisch mehr und mehr in die Mitte der Gesellschaft gerückt und für viele Menschen zur echten Alternative zum herkömmlichen Pkw mit Verbrennungsmotor geworden.

Dies zeigt sich schon an den steigenden Zahlen bei den Neuzulassungen: Im Vergleich zu 2017 hatte sich die Anzahl an neu zugelassenen Autos mit rein elektrischem Antrieb bereits 2018 mehr als verdoppelt. Im gesamten Jahr 2019 haben sich die Neuzulassungen im Vergleich zu 2018 nochmal fast verdreifacht. Im ersten Halbjahr 2019 wurden bereits mehr als 160‘000 neue Elektroautos in Europa registriert. Dies hängt unter anderem auch mit dem Verkaufsbeginn des Tesla Model 3 zusammen, welcher seit Februar letzten Jahres in Europa erhältlich ist.

Dank der gestiegenen Nachfrage ist das Angebot an Elektroautos hoch. Autofahrer können wählen zwischen Sportwagen, Kleinwagen und Kombis. Die meisten Autobauer planen, bis 2025 ein solides Standbein mit der E-Mobilität aufgebaut zu haben. Elektromobilität wird als Fortbewegungsart der Zukunft gehandelt und es kann davon ausgegangen werden, dass E-Autos in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es aber schon für jedes Bedürfnis das passende Elektroauto: Ob als sportlicher Zweitwagen oder Familienauto, ein E-Auto passt fast immer.

Grafik: Der Anteil von Personenkraftwagen mit Elektromotor an der Gesamtheit aller Pkws
Steigt die Gesamtzahl von Elektroautos in den nächsten Jahren weiter so rapide an?

Aufbau und Funktionsweise

Bild: Ein Mann steht hinter einem Akkupack
Akkupacks werden stetig entwickelt und optimiert

Das wesentliche Bauteil der Autos ist der Elektromotor. Dieser erzeugt mit Hilfe von Elektromagnetismus Kraft, die dann in eine Drehbewegung umgewandelt wird. Verändert sich die Stromfrequenz des Motors, dann ändert sich auch die Drehzahl. Dadurch können Elektroautos, anders als Autos mit Verbrennungsmotor, fast den gesamten Drehzahlbereich ausnutzen, was dazu führt, dass ein Elektromotor auch bei niedriger Drehzahl äusserst effizient arbeitet.

Die Motoren von Elektroautos benötigen kein Getriebe und können im Gegensatz zum Verbrennungsmotor auf Bauteile wie die Lichtmaschine oder das Schwungrad verzichten. Dadurch haben Elektromotoren ein deutlich besseres Leistungsgewicht und sie können die erzeugte Energie fast vollständig in eine Drehbewegung umsetzen (Drehmoment). Dies führt dazu, dass Elektroautos oft eine überdurchschnittliche Fahrzeugleistung aufweisen und besser beschleunigen als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor. Der Strom für den Elektromotor kommt von einem Lithium-Ionen-Akkupack, wie es auch in Handys und Laptops verbaut wird. Zwar wurden Akkus noch vor ein paar Jahren wegen der eher geringen Reichweite kritisch betrachtet, können sich heute allerdings sehen lassen: Elektroautos können mit einer einzigen Aufladung problemlos mehrere hundert Kilometer zurücklegen.

Die Abmessungen des Akkus entsprechen in der Regel in etwa der Unterseite des Autos. Der Akku muss, ebenso wie bei allen anderen Geräten die mit einem Akku laufen, regelmässig aufgeladen werden. Wie man es von seinem Smartphone kennt, ist die Lebensdauer des Akkus dabei nicht unendlich. Eine Faustregel für die Haltbarkeit von Lithium-Ionen-Akkus besagt, dass sie nach rund 1'000 Ladezyklen ausgetauscht werden müssen. Dieser Wert kann jedoch auch niedriger oder höher ausfallen und dient nur als grobe Richtlinie. Je nachdem, wie häufig ein Elektroauto also benutzt wird, soll ein Akku bis zu 10 Jahre lang halten. Rechnet man in gefahrenen Kilometern kann man davon ausgehen, dass bei 1‘000 Aufladungen bei denen jeweils 300 Kilometer generiert werden der Akku bis zu 300‘000 Kilometer lang hält. Dabei spielt auch die Art der Aufladung eine Rolle, daher sollte besonders auf Dauer eine professionelle Ladelösung in Form einer Wallbox in Betracht gezogen werden.

Gut für den Kunden: Die allermeisten Hersteller von Elektroautos gewähren eine Garantie auf die Batterien ihrer Wagen. Für den Tesla Model 3 gilt diese für 8 Jahre oder 160‘000 bzw. 192‘000 gefahrene Kilometer, je nach Ausführung des Modells. Unabhängig von der Version soll die Batterie des Model 3 mindestens 70 % ihrer Kapazität in dieser Zeit erhalten. BMW gibt auf die Batterie des i3 eine Garantie von 8 Jahren oder 160‘000 gefahrenen Kilometern, wobei die Batterie ebenfalls eine Kapazität von 70 % nicht unterschreiten soll.

Ein interessantes Konzept bietet Renault an: Für die Renault ZOE kann die Batterie gekauft aber auch gemietet werden. Beim Kauf gilt eine Garantie von 8 Jahren oder 160‘000 Kilometern mit einer Ladekapazität von mindestens 66 %. Für einen monatlichen Betrag von CHF 94 garantiert Renault eine reibungslose Funktion und Ladekapazität von über 75 % für 10 Jahre. Anschliessend werden 60 % Kapazität garantiert. Da jeder Hersteller andere Garantievoraussetzungen hat, empfiehlt es sich, vor dem Kauf eines Elektroautos den Garantievertrag genau zu lesen.


Verschiedene Ladelösungen für Elektroautos

Bild: Ein Elektroauto wird mit einem Ladekabel aufgeladen
Achten Sie beim Laden auf den passenden Anschluss!

Das Aufladen eines Elektroautos ist grundsätzlich über die über die heimische Steckdose möglich. Diese Variante ist allerdings sehr zeitaufwändig, da es durchaus mehr als 10 Stunden dauern kann bis der Akku geladen ist. Zwar sind Adapter erhältlich, die ein schnelleres Laden auch an der Haushaltssteckdose ermöglichen, diese Geräte sind jedoch durch das Verwaltungsgericht St. Gallen bereits im Jahr 2016 verboten worden. Sie ermöglichen prinzipiell eine höhere Leistung (Stromfluss in Ampere) als die Steckdose abgeben kann und stellen damit nach Ansicht des Gerichts ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Ladelösung Rechtliche Situation Vorteil  Nachteil
Haushaltssteckdose Erlaubt Relativ sicher Sehr langsam
Haushaltssteckdose mit Adapter ohne Schutzfunktion Verboten Schnelleres Laden Äusserst unsicher (daher verboten)
Haushaltssteckdose mit Adapter mit Schutzfunktion (z.B. Juice Booster 2) Erlaubt Sicher, kontrollierter Ladefluss Kein Einfluss auf die Ladegeschwindigkeit, daher an der Steckdose sehr langsam
Wallbox Erlaubt Sehr sicher, kontrollierter Ladefluss, schnelles Laden --

Erlaubt sind hingegen Geräte wie der Juice Booster 2 des schweizerischen Herstellers Juice Technology. Auch sie ermöglichen prinzipiell einen höheren Stromfluss als die Steckdose abgeben kann, sind aber mit einer Schutzfunktion ausgestattet und für den Einsatz auch an der Haushaltssteckdose zertifiziert. In dem Fall erkennt der Adapter, von welcher Quelle er den Strom bezieht und passt den maximalen Ladestrom entsprechend an. Zwar kann das Elektroauto nicht schneller aufgeladen werden, der Adapter kann jedoch auch andernorts eingesetzt werden und verfügt über eine Vielzahl an Funktionen wie Fehlerstromerkennung für Gleich- und Wechselstrom, Temperaturüberwachung und Diebstahlsicherung.

Um sein Elektroauto zu Hause also sowohl schnell als auch sicher laden zu können, empfiehlt sich der Kauf einer sogenannten Wallbox. Diese lädt mit bis zu 22 Kilowatt pro Stunde rund 6-mal schneller als eine herkömmliche Steckdose und ist bedeutend sicherer. Da es verschiedene Varianten der Wallbox gibt, können sie preislich stark voneinander abweichen. Nähere Informationen zu den Möglichkeiten der Ladestation für zu Hause finden sie hier.


Anschluss- und Steckersysteme

Unterwegs kann man ein Elektroauto an extra dafür vorgesehenen öffentlichen Ladestationen tanken. Hersteller arbeiten seit geraumer Zeit daran, Ladestationen europaweit in allen möglichen Regionen zu bauen. Die Schweiz verfügt zum heutigen Zeitpunkt bereits über eines der dichtesten Netze an öffentlichen E-Tankstellen. Dabei sind insgesamt vier Typen an Steckern bzw. Steckdosen für das Laden von E-Autos üblich. Ausserdem besitzt Tesla ein eigenes Ladesystem:

Steckertyp Strom Leistung Geschwindigkeit
Typ 1 AC 1-phasig 7.4 kW 3 - 5 Std.
Typ 2 AC 3-phasig 43 kW 40 - 60 Min.
CCS (Combo 2) AC und DC 50 kW 30 - 60 Min.
CHAdeMO DC 100 kW 30 - 60 Min.
Tesla Supercharger DC 135 kW 30 Min.

Typ 1 - AC bis 7.4 Kilowatt

Der Typ 1 Stecker wurde speziell für das Laden mit Wechselstrom konzipiert. Die Leistung beträgt etwa 7.4 kW bei einer einphasigen Ladestärke. Vor allem japanische und amerikanische Elektroautos sind mit Steckdosen für den Stecker Typ 1 ausgestattet, beispielsweise der Nissan Leaf oder Ford Focus. Die meisten Ladestationen besitzen heutzutage allerdings einen Typ 2 Stecker, sodass bei Elektroautos mit Typ 1 Stecker ein zusätzliches Ladekabel für das Beladen benötigen.

Typ 2 - AC bis 43 Kilowatt

Der Typ 2 Stecker gilt schon seit März 2013 als definierter EU-Standard-Stecker für das Aufladen von Elektrofahrzeugen mit Wechselstrom. Die maximale Leistung beträgt bei einer dreiphasigen Ladestärke bis zu 43 Kilowatt und schafft die Beladung des Elektroautos in unter einer Stunde. Erfunden und entwickelt wurde dieser Steckertyp von der Firma Mennekes. Dementsprechend sind Typ 2 Stecker bei einem Grossteil aller europäischen Elektroautos der Standard.

CHAdeMO - schnelles Laden mit Gleichstrom

Der CHAdeMO Ladestecker wurde in Japan entwickelt und ist in vielen asiatischen Elektrofahrzeugen verbaut, wie beispielsweise im Kia Soul, Mitsubishi Outlander oder Nissan Leaf. Dieser Ladestecker lädt mit einer DC-Ladestärke bis zu 100 kW, aber auch höhere Ladeleistungen sind möglich. Die Aufladung dauert rund 30 Minuten. In Europa ist diese Ladevariante allerdings eher unüblich.

CCS - Combo Stecker für AC und DC

Der Begriff CCS steht für «Charging Combined System» und kombiniert das Beladen mit Wechsel- und Gleichstrom. Alternativ wird dieser Anschluss auch mit dem Begriff «Combo 2» bezeichnet. Mit diesem Anschluss können Sie nahezu alle Ladestationen sicher nutzen, da Sie zwischen den verschiedenen Typen wechseln können. Dieser Anschluss ist aktuell zum Beispiel im Hyundai Ioniq, VW e-Golf oder Jaguar I-Pace verbaut.

Tesla Supercharger

Bild: Eine Ladestation von Tesla auf dem Bürgersteig
Tesla produziert eigene Supercharger für Kunden

Die Modelle S, X und zukünftigen Fahrzeuge von Tesla können an einer hauseigenen Ladestation beladen werden. Die sogenannten «Supercharger» laden mit Gleichstrom und sind aktuell die leistungsstärksten Lademöglichkeiten am Markt. Mit bis zu 135 kW belädt diese Ladestation ein Elektroauto von Tesla in unter 30 Minuten. Gleichzeitig kann dieser Ladestecker auch an Ladestationen genutzt werden, die nicht von Tesla sind. Aber Achtung: In der gesamten Schweiz gibt es aktuell nur rund 40 Supercharger von Tesla.


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Elektroautos - Gängige Modelle

Bild: Ein Tesla Model 3 vor einer Landschaft
Der Model 3 ist eins der beliebtesten Elektroautos

In den letzten Jahren brachten mehrere Autohersteller bereits elektrisch fahrende Neuerscheinungen auf den Markt. Wir stellen an dieser Stelle die drei gängigsten Modelle vor. Diese drei Modelle führten laut der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure «auto-schweiz» die Liste der neu zugelassenen E-Autos in der Schweiz 2019 an: Der Tesla Model 3 mit 5'028 Neuzulassungen, der Renault ZOE mit 1'804 Neuzulassungen und der BMW i3 mit 1'082 Immatrikulationen.

Den Anfang macht der preisgünstige «Volks-Tesla» Model 3. Günstig ist das Model 3 allerdings nur im Vergleich zu anderen Teslas. CHF 44'990 kostet das Modell gemäß der Angaben des Herstellers auf der Website. Dafür verspricht er vor allem eins: Fahrspass. Das Tesla Model 3 bringt je nach Variante 225 bis 340 Kilowatt Leistung auf die Strasse, was 306 bzw. 462 PS entspricht. Damit schlagen die leistungsstarken Modelle also problemlos einen Audi S3 oder einen Mercedes AMG.

Auch preislich liegen diese drei Wagen relativ nah beieinander. Der Audi kostet mit Basisausstattung CHF 58'950, ein Mercedes AMG A35 beginnt bei CHF 60'199. Was die Reichweite betrifft, steht der Tesla Model 3 unter den hier aufgeführten elektrischen Pkw an erster Stelle: 530 Kilometer soll der Akku mit einer Kapazität von 50 Kilowattstunden halten. Erfahrungsberichten zufolge sind Herstellerangaben allerdings immer mit Vorsicht zu geniessen. Ausserdem hängt die Reichweite jedes E-Autos vom Fahrverhalten und äusserlichen Einflüssen wie der Temperatur ab.

Seit 2017 werden Abgasemissionen und der Verbrauch von Kraftfahrzeugen per «Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure» (WLTP) gemessen. Dieses standardisierte Testverfahren misst auch die Reichweite von Elektroautos und kann daher gut für den Vergleich verschiedener Modelle herangezogen werden. Laut WLTP hat der Tesla Model 3 in der Standard Range Plus-Ausführung eine Reichweite von 409 km.

Der BMW i3

Bild: Ein BMW i3 steht an einem See
Der BMW i3 ist einer der beliebtesten elektrischen Kleinwagen

Ein weiteres bekanntes Elektroauto ist der BMW i3. Der elektrische Kleinwagen von BMW wird seit 2013 produziert und konnte bisher beachtliche Verkaufszahlen aufweisen. Das wird nicht zuletzt an seinem Preis liegen: In der Schweiz ist der Pkw ab CHF 41'300 zu haben. Verglichen mit anderen Modellen von BMW liegt der i3 preislich also zwischen den BMW 2er und 3er Varianten.

Damit ist sein Preis rund ein Drittel geringer als der des Tesla Model 3. Dafür macht BMW allerdings auch Abstriche bei Leistung und Reichweite, was unter anderem am kleineren Akku liegen wird. Mit einer Kapazität von 42,2 Kilowattstunden schafft der i3 laut Hersteller bis zu 308 Kilometer. Die «Alltagsreichweite» liegt BMW zufolge bei bis zu 260 km. Die Spitzenleistung liegt bei 125 Kilowatt, was 170 PS entspricht.

Der Renault ZOE

Bild: Ein angeschlossener Renault ZOE
Der Renault ZOE ist ein beliebter elektrischer Kleinwagen

Ein verhältnismässig günstiges E-Modell hat Renault mit dem ZOE auf den Markt gebracht. Dies gilt aber für das Verhältnis zu anderen Autos mit Elektroantrieb, denn für einen Renault ist der Kleinwagen relativ teuer. CHF 25'900 soll der ZOE kosten und ist damit ein gutes Stück teurer als die Renault-Modelle Twingo, CLIO oder Megane, welche preislich zwischen CHF 10'000 und 20'000 liegen.

Die Besonderheit des ZOE ist, dass die Batterie bei Renault gemietet werden kann. Die Batteriemiete beginnt bei einem Preis von CHF 94 im Monat für 7‘500 Kilometer pro Jahr und steigt um 10 Franken für zusätzliche 2‘500 km. Dafür garantiert Renault für die reibungslose Funktion des Akkus bei Beibehaltung von über 75% der Batteriekapazität in den ersten 10 Jahren. Muss die Batterie in dieser Zeit getauscht werden übernimmt Renault die Kosten.

Wer die Batterie des ZOE trotzdem lieber kaufen möchte, muss CHF 35‘900 für das Auto ausgeben und profitiert von einer Garantie für 8 Jahre oder 160‘000 gefahrene Kilometer bei mindestens 66% Ladekapazität. Mit einer Leistung von 80 bis 100 kW, also 108 bis 135 PS, kann sich der ZOE aber sehen lassen. Über weite Strecken soll er ebenfalls durchhalten und mit 52 Kilowattstunden 395 Kilometer weit kommen.

Modelle Leistung Kapazität Reichweite* Kosten
Tesla Model 3 225-340 kW (306 - 402 PS) 50 kWh 530 km CHF 59'400
BMW i3 125 kW (170 PS) 42 kWh 359 km CHF 41.300
Renault ZOE 80 - 100 kW (108 - 135 PS) 52 kWh 395 km CHF 25'900

*) Quelle: Angaben des jeweiligen Herstellers


Förderung für Elektroautos in der Schweiz

Eine direkte Förderung für Elektroautos durch Zuschüsse oder Kredite gibt es in den wenigsten Kantonen der Schweiz. Im Kanton Thurgau können Sie einen Bonus von pauschal CHF 3'500 für den Kauf eines Elektroautos erhalten.

Der Kanton Wallis plant eine Förderung von etwa CHF 3'000 pro Neukauf ab dem Jahr 2021. In einigen anderen Kantonen werden E-Autos indirekt gefördert, indem die Normalsteuer vergünstigt oder das Auto von der Verkehrssteuer befreit wird. Eine Übersicht über mögliche Förderungen für Elektroautos finden Sie in der folgenden Tabelle:

Kanton Förderung von E-Autos*
Basel-Stadt 50% Rabatt auf jährliche Steuer auf Personenwagen
Bern 60 % Vergünstigung auf Normalsteuer für 3 Jahre
Glarus von der Verkehrssteuer befreit
Nidwalden auf 25 % der Normalsteuer ermässigt
Obwalden auf 30 % der Normalsteuer ermässigt
Solothurn von der Verkehrssteuer befreit
St. Gallen 3 Jahre lang zu 100 %, danach zu 50 % steuerbefreit
Thurgau Reduktion der Strassenverkehrsabgaben um bis zu 50 % + CHF 3'500 pro Fahrzeug
Uri Normalsteuer auf 2/3 ermässigt
Zürich Von Verkehrsabgaben befreit
Zug 50 % reduziert

*) Die jeweiligen Steuervergünstigungen sind oft an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bitte informieren Sie sich beim jeweiligen kantonalen Strassenverkehrsamt.


E-Autos Verbrauch auf 100 km

Bild: Die Akkuanzeige eines Elektroautos
Elektroautos schaffen immer längere Strecken

Alle drei genannten Elektroautos verbrauchen laut den Herstellern um die 16 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Testberichte konnten diese Angabe in den allermeisten Fällen bestätigen. Für eine maximale Reichweite empfiehlt es sich logischerweise, das Akkupack voll aufzuladen.

Bei einem Tesla kann man mit einer Laderate von 11 Kilowatt 46 bis 65 Kilometer Reichweite pro Ladestunde generieren. Dies genügt, um zwischendurch schnell ein wenig Reichweite zu «tanken» und ist ideal für die sichere Aufladung über Nacht. Mit einer Wallbox von Tesla kann die Laderate auf 22 Kilowatt verdoppelt werden. Mit dem Supercharger lässt sich der Akku des Model 3 in einer halben Stunde um 80% aufladen. Mit zunehmender Ladung nimmt die Geschwindigkeit auch beim Supercharger ab, wobei eine volle Ladung unterwegs laut Tesla ohnehin nicht nötig wäre, da das Ladenetz gut ausgebaut sei.

Der BMW i3 kann mit einer Schnellladestation innerhalb von 45 Minuten auf bis zu 80 % Akkukapazität geladen werden, so verspricht es zumindest der Hersteller. Anderthalb Stunden lädt der i3 an der BMW i Wallbox und gute 7 Stunden benötigt der Akku, bis er an einer einfachen Haushaltssteckdose voll aufgeladen ist.

Der Renault ZOE lädt an einer Ladestation in einer Stunde ebenfalls bis zu 80 %. Mit einer Wallbox von 11 Kilowatt erreichen Sie die gleiche Akkuladung in 4:30 Stunden, halb so lange dauert es mit der 22 Kilowatt-Wallbox. Voll aufgeladen ist der ZOE in knappen 6 Stunden (11 Kilowatt-Wallbox).

Modelle Verbrauch Laderate Laderate Wallbox
Tesla Model 3 16 kWh auf 100 km 46 - 65 km/Ladestunde 92 - 130 km/Ladestunde
BMW i3 16 kWh auf 100 km 100 % nach 7 Stunden 80 % nach 45 Minuten
Renault ZOE 16 kWh auf 100 km 100 % nach 6 Stunden 80 % nach 1 Stunde

Elektroauto - Kosten pro 100 km

Wenn der Verbrauch eines Elektroautos bekannt ist, lassen sich die Strom-Kosten pro 100 Kilometer leicht berechnen. Laut Herstellerangaben verbrauchen die drei genannten Modelle Tesla Model 3, BMW i3 und Renault ZOE alle jeweils 16 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Bei einem derzeitigen Strompreis von 21 Rappen pro Kilowattstunde fallen also Kosten von CHF 3.36 pro 100 km an. Dieser Wert kann jedoch stark variieren, da die Fahrweise erheblichen Einfluss auf den Verbrauch nimmt, beispielsweise durch die Rückgewinnung von Strom beim Bremsvorgang. Die Rückgewinnung fällt je nach Modell ausserdem unterschiedlich hoch aus.

Die Kosten die beim Laden an einer öffentlichen Station entstehen, fallen aufgrund der Fülle an Anbietern und Varianten sehr unterschiedlich aus, weshalb wir darauf an anderer Stelle eingehen wollen. Wer zu Hause sein Elektroauto per Wallbox lädt, zahlt nur den entsprechenden Haushaltsstrom. Um die Ladekosten zu senken, empfiehlt sich eine intelligente Steuerung und die Kombination mit der eigenen Solaranlage.

Ist zusätzlich zur Wallbox eine Photovoltaik-Anlage inklusive Stromspeicher für nächtliches Aufladen vorhanden, steigen zwar die einmaligen Investitionskosten, die «Tankfüllung» ist dank des selbst produzierten Stroms allerdings kostenlos. Bedenken Sie dabei, dass die PV-Anlage für das Elektroauto allein nicht sinnvoll ist, sondern auch die Stromkosten für das Eigenheim senken kann und sich somit schneller amortisiert.

Aufladung Strom-Menge Dauer bis volle Aufladung Kosten pro Ladung Kosten pro 100 km
Steckdose 50 kWh 22 h CHF 10.50 CHF 3.36
Wallbox (11 kW) 50 kWh 2:10 h CHF 10.50 CHF 3.36
Wallbox (11 kW) + PV-Anlage 50 kWh 2:10 h CHF 4.00* CHF 1.28*

*) Annahme: Stromkosten von 8 Rp/kWh bei einer PV-Anlage mit Erzeugung von 12'000 kWh jährlich und einer Lebensdauer von 25 Jahren


Fazit und Empfehlung

Bild: Ein Haus mit einem Elektroauto
Wird bald jeder eine Ladestation vor dem Haus haben?

Elektroautos sind längst keine Luxusspielerei mehr. In Anbetracht der kantonalen Steuervergünstigungen, niedriger Energiekosten, hohen Reichweiten und des mittlerweile gut ausgebauten Netzes an öffentlichen Lademöglichkeiten, stellt ein Elektroauto aktuell bereits eine gute Alternative zum klassischen Pkw mit Verbrennungsmotor dar. Gemessen an sinkenden Kaufpreisen, steigendem Angebot sowie möglichen Förderungen und Prämien sind E-Autos heute bereits so günstig wie nie.

Vor dem Kauf eines E-Autos sollte besonders die Anschaffung einer hauseigenen Ladestation ins Auge gefasst werden. Um unabhängig vom Strompreis ein Elektroauto volltanken zu können, und obendrauf einen noch grösseren Beitrag zur Energiewende zu leisten, kann ausserdem die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage in Betracht gezogen oder die Wallbox ggf. mit einer schon vorhandenen Solaranlage kombiniert werden.

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